 SBB lehnt GAV bei Cargo International ab – SEV sistiert Verhandlungen zum Lohnsystem Der SEV sagt den nächsten Termin der Verhandlungen um eine Weiterentwicklung des SBB-GAV ab. Grund dafür ist die Ankündigung von SBB Cargo, bei der bevorstehenden Gründung einer neuen Gesellschaft für das internationale Gütergeschäft keinen Gesamtarbeitsvertrag fürs Büropersonal vorzusehen.
Im Rahmen der standardisierten Konsultation bei Reorganisationen hatte der SEV der SBB klar und deutlich mitgeteilt, dass ein Gesamtarbeitsvertrag für die Mitar-beiterinnen und Mitarbeiter der neuen Gesellschaft zwingend ist, also auch fürs Büropersonal.
Die Antwort der SBB ist jedoch eindeutig: Sie ist nicht an einem GAV fürs Büropersonal interessiert. «Das ist eine Kampfansage an die Sozialpartner-schaft», betont SEV-Vizepräsident Manuel Avallone. Auch weitere Forderungen des SEV zu Cargo International lehnt die SBB ab.
Für den SEV besteht ein klarer Zusammenhang zwischen der GAV-Frage bei Cargo International und den laufenden Verhandlungen ums neue Lohnsystem der gesamten SBB: Solange eine vertragliche Sozialpartnerschaft für die neue Gesell-schaft durch die SBB in Frage gestellt wird, macht es keinen Sinn, mit ihr Verhand-lungen über ein neues Lohnsystem zu führen.
Der SEV hat deshalb heute der SBB mitgeteilt, dass er den für kommenden Samstag angesetzten Verhandlungstermin ausfallen lässt. Gleichzeitig hält der SEV fest, dass er jederzeit für klärende Gespräche zur Verfügung steht. Wenn es bezüglich der neuen Cargo-Gesellschaft zu einer Einigung kommt, können die Arbeiten an der GAV Weiterentwicklung fortgesetzt werden.
Der SEV hatte im Rahmen der Konsultation die Forderung nach einem GAV für alle als wichtigsten Punkt aufgeführt. Die weiteren Forderungen betreffen die Arbeits-platzsicherheit der bei SBB Cargo Betroffenen sowie die Ansiedlung der neuen Gesellschaft in der Schweiz. Eine Petition zur Unterstützung dieser Forderungen bei den Betroffenen wird demnächst der SBB übergeben.
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