Zukünftiges Berufsbild LP Personenverkehr, neue Depotprofile und Erweiterung ZF-Regionen
Anlässlich der Präsentation möglicher zukünftiger Berufsbilder LP, welche der Leitung Zugführung vorschweben, wurden der VG verschiedene Varianten aufgezeigt. Befürchtungen, dass der Lf-Beruf weiter zerstückelt wird, haben sich bewahrheitet.
Die Ideen, die der Leiter ZF aufzeigte, sehen keine guten Perspektiven für das Lokpersonal vor. Mit den vorgestellten Varianten wird wohl eine kurzfristige Einsparung bei der Erstausbildung erzielt.
Langfristig wird es jedoch mit diesem Ausbildungsmodell dazu kommen, dass sich junge Lf schon nach kurzer Zeit mangels Weiterentwicklungsmöglichkeiten von der SBB wieder verabschieden, wenn sie nicht innert akzeptabler Frist, notabene dann zum vollem Lohn, zum Fernverkehrslokführer weitergebildet werden.
Die Strategie von ZF wird geleitet von scheinbarem Kostendruck seitens der Besteller und der Tatsache, dass in den nächsten zehn Jahren ca. 1000 Lf neu ausgebildet werden müssen. Für die VG sehen die vorgestellten Modelle jedoch mehr nach Kurzschlusshandlungen als nach Strategie aus.
Gleichzeitig mit einem neuen Berufsbild sollen neue Depotprofile entstehen. Dabei sieht die Leitung ZF vor, dass mit wenigen Ausnahmen das LP an allen Depotstandorten in Regional-, S-Bahn-, Fernverkehr- und gemischte Lokführergruppen aufgespalten werden soll. Auch dies als Kostenwahrheit gegenüber den Bestellern zu deklarieren, wurde aber wenig überzeugend vorgetragen.
Die teils sehr konfusen Ideen in die Schranken zu weisen, wird eine schwierige Aufgabe für die PeKo sein, da Diese für das Berufsbild LP zuständig ist.
Die VG befürchtet weiter, dass ein solches neues Berufsbild LP auch Einfluss auf die Einreihung des Berufes Lokführer im neuen Lohnsystem ToCo haben wird.
Gleichzeitig wird der LPV den Verdacht nicht los, dass mit diesen kurzfristigen Sparübungen in der Ausbildung, die Kosten der laufenden Reorganisation innerhalb von ZF auf das LP abgewälzt werden. Laut einem Newsletter der SBB sollen neu sechs ZF-Regionen, mit den entsprechenden Leitern der Regionen und ca. 30 zusätzlichen CLP, welche Lokpersonal besser „betreuen“ können. Es wurde vom Leiter ZF in der SBB Zeitung gepriesen, dass diese die Ansprechpartner des Vertrauens für das Lokpersonal sein sollen.
Der LPV sieht diese „Vertrauenspersonen“ aus Erfahrung nicht als solche, sondern als das was sie sind: Nämlich „Vorgesetzte“ und nichts anderes !
Es wurde seitens der VG unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass die vorgetragenen Ideen und Strategien zur Lf-Ausbildung und Depotstrukturen aus unserer Sicht unzumutbar sind für die bestehenden Lokführer und Anwärter/innen und weder Zukunftsperspektiven noch sinnvolles Entwicklungspotential bieten für zukünftige Lokführeranwärter/innen.
Grosswangen, 16.04.2010 ZP LPV, Rinaldo Zobele |